Was ist ein ICO?

 

Initial Coin Offering 
https://de.wikipedia.org/wiki/Initial_Coin_Offering

 
 

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Initial Coin Offering (ICO) oder auch Initial Public Coin Offering (IPCO) ist eine unregulierte Methode des Crowdfundings, die von Firmen verwendet wird, deren Geschäftsmodell auf Kryptowährungen basiert.[1][2][3] Mit dieser Methode der erstmaligen Kapitalaufnahme vermeiden Kryptowährungs-Firmen den streng regulierten Prozess der Kapitalaufnahme, der von RisikokapitalgebernBanken oder Börsen vorgeschrieben wird.[3] In einem Initial Coin Offering wird ein Anteil einer neu emittierten Kryptowährung an Anleger verkauft im Austausch gegen staatlich emittierte Währungen oder gegen andere Kryptowährungen wie bspw. Bitcoin.[3]

 

Es handelt sich um ein sehr ähnliches Konzept zu einem Börsengang (Initial Public Offering). Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit „Token Sale“ verwendet und stellt eine Form von Crowdfunding dar. Beide Begriffe referenzieren eine Finanzierungsmöglichkeit, bei der Investoren Zugang zu einem künftigen Feature des finanzierten Projektes bekommen; das Projekt startet aber erst in der Zukunft. Über ICOs erwirbt der Investor hingegen einen Eigentumsanteil oder Erlösanteile am finanzierten Projekt. Laut Amy Wan, Partnerin bei der Kanzlei Trowbridge Sidoti LLP und dort in den Bereichen Crowdfunding und Konsortialrecht, ist „das ‚coin‘ bei einem ICO das Symbol für das Interesse, Eigentum an einer Organisation zu erwerben – sozusagen eine digitale Aktie“.[4] Über ICO kann aber auch mehr als ein monetärer Vorteil erworben werden, wie das Beispiel Storjcoin zeigt: Über Storjcoins erwirbt der Käufer das Recht, von storj.io angebotenen Speicherplatz zu nutzen.[5][6]

Der erste Verkauf sogenannter Tokens (vergleichbar zu Tokens sind Kupons, deren Funktion je nach ICO variieren kann[5]) erfolgte durch Mastercoin im Juli 2013.[7] Ethereum sammelte Geld über den Verkauf von Tokens im Jahre 2014 ein.[8] Der erste ICO war der von Karmacoin in April 2014 für dessen Karmashares-Projekt.[9] ICOs und Token Sales sind v. a. in den USA mittlerweile sehr populär. Laut der Webseite ICO Alert gibt es zum Stand Ende Juli 2017 über 60 ICO-Angebote[10], und der ICO des neuen Webbrowsers Brave erbrachte ca. 35 Millionen Dollar in weniger als 30 Sekunden.[11] Aktuell gibt es mehr als 30 Websites, die ICOs dokumentieren.

Im Juli 2017 deutete die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) an, dass sie die amerikanische Wertpapiergesetzgebung auf ICOs anwenden könne[12]. Die BaFin veröffentlichte Leitlinien zu ICOs.[13] Die SEC äußerte sich nicht dazu, ob alle auf Blockchains basierende Tokens und Kryptowährungen Wertpapiere im zu regulierenden Sinne darstellen, diese Entscheidung werde von Fall zu Fall getroffen.[14] Das Statement der SEC könnte aber mehr Vertrauen der breiten Öffentlichkeit in ICOs schaffen und damit eine höhere Investitionsbereitschaft in diese Finanzinstrumente.[15][4] Im November 2017 veröffentlichte die BaFin eine Verbraucherwarnung zu den ICOs. Darin macht die Finanzaufsichtsbehörde auf erhebliche Risiken für Verbraucher, bis hin zu einem Totalverlust der Investition, aufmerksam.[16]

Die aufsichtsrechtliche Einordnung der Ausgabe von Token ist in Deutschland bis heute mit einer Rechtsunsicherheit belegt. Die BaFin verweist darauf, dass die aufsichtsrechtliche Kategorisierung nicht einfach anhand der gängigen Token-Klassen (Equity-, Currency- und Utility-Token) erfolgen kann. Es müsse eine Einzelfallprüfung vorgenommen werden, die den konkreten rechtlichen Charakter der ausgegebenen Token identifiziert.[17] Hintergrund ist wohl auch die Erkenntnis, dass in der ICO-Praxis die ausgegebenen Token oft hybrider Natur sind.

Der erste bekannte ICO in Deutschland ist der Verkauf von Wys-Token durch die Berliner Wysker UG.[18][10]

 

 

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